Ein Treffen mit dem Designer Vitor Bastos auf der Moda Lisboa

Ein junger, hagerer Mann begrüßt mich mit “Hi! I am Vitor. Nice to meet you!” Ich treffe den brasilianischen Modedesigner Vitor Bastos. Wir sind beide aufgrund der Modeschauen in Lissabon, konkret in einem ausgedienten Bankgebäude. 2009 hat man es in ein Modemuseum umfunktioniert und jetzt findet hier ein Teil der jährlichen Modeschauen statt. Vitor wirkt übernächtigt aber nicht müde. Augenringe schmücken sein Gesicht. Eine Modenschau zu organisieren oder die eigene Kollektion für eine Schau vorzubereiten, verspricht schon im Vorfeld wenig Schlaf. Ich unterhalte mich mit Vitor und bekomme einen ersten Eindruck seiner Person. Er ist voller Leidenschaft. Er will arbeiten und wenig schlafen. Und er will Mode machen. Trotz der unbändigen Motivation, etwas schaffen zu wollen, sieht er seinen Weg aus einer erstaunlich realistischen Perspektive. In dieser Branche gibt es viele Menschen, die so sehr von sich überzeugt sind, dass sie am eigentlichen Ziel vorbeischießen. Vitor ist anders. Er weiß, dass er sich auf einem gestalterischen Weg befindet. Es mag sein, dass keine Kollektion je perfekt sein wird. Es gibt Stärken und Schwächen, Höhen und Tiefen. Im Idealfall gleichen sich diese aus und vereinigen sich zu einem harmonischen Gesamtbild. Vitor lebt und arbeitet derzeit in Berlin. Er hätte hier die Freiheit anonym zu sein um sich frei entfalten zu können. Außerdem kann er hier als Vermittler zwischen portugiesischer Textilindustrie und deutscher Kreativwirtschaft auftreten um sich im Konkurrenzkampf mit chinesischer Massenware durchzusetzen.

www.vitor.com.pt
carboncopy@vitor.com.pt

Fotos und Video: Dirk Oelmann

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